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DJV-Landesverband stellt Weichen für strukturelle Änderungen

Güstrow. In der fortschreitenden Medienkonzentration sieht der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) Mecklenburg-Vorpommern  eine bedenkliche Einschränkung der Pressevielfalt im Nordosten. Auf veränderte Mediennutzung müssten Verlage und Funkhäuser reagieren. Doch dürfe das nicht zulasten journalistischer Qualität gehen, mahnte Michael Zumpe auf dem Landesverbandstag am Samstag in Güstrow. Die Teilnehmer bestätigten den 58-jährigen Redakteur der Rostocker Ostsee-Zeitung im Amt des Landesvorsitzenden, der nun seit 14 Jahren den Verband führt. Dem neu gewählten Vorstand gehören insgesamt sieben Mitglieder an.  

Guter Journalismus sei nur mit motivierten Mitarbeitern möglich, sagte Michael Zumpe. Er rief die Arbeitgeberseite auf, sich in den laufenden Tarifverhandlungen kompromissbereit zu zeigen und einen Abschluss zu ermöglichen, der für angemessene Entlohnung sorgt und damit ein Zeichen der Wertschätzung setzt. „Ansonsten werden weiter qualifizierte Journalistinnen und Journalisten die Branche verlassen, wie wir es jetzt leider schon feststellen müssen“, betonte der DJV-Landeschef. Mit Nachdruck wandte er sich gegen Ankündigungen, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abzuschaffen und Staatsverträge zu kündigen. „Bei aller berechtigten Kritik leisten die Sendeanstalten einen unverzichtbaren Beitrag zur umfassenden Information der Menschen“, sagte er. 

Mit scharfer Kritik reagierte der Verbandstag auf Restriktionen, mit denen das Bildungsministerium vielfach Äußerungen von Lehrern und Schuldirektoren gegenüber Medien unterbindet. Beispiele dafür gebe es viele, hieß es in der Debatte. In einem mit großer Mehrheit angenommenen Antrag wird das Ministerium aufgefordert, die freie Berichterstattung über die Situation an Schulen nicht zu behindern. 
Der Verbandstag beauftragte den Vorstand, den Verband zukunftssicher aufzustellen, strukturelle Anpassungen einzuleiten und dabei eine engere Zusammenarbeit mit anderen Landesverbänden zu prüfen. Die Veränderungen in der Medienlandschaft machen sich auch bei der Mitgliederentwicklung bemerkbar. Dem Landesverband gehören derzeit rund 580 Mitglieder an. 

Die Anträge im Wortlaut: 

Antrag 1: Der neue Vorstand wird beauftragt, einzelne Schritte für strukturelle Anpassungen an die finanziellen Gegebenheiten in die Wege zu leiten und konkrete Maßnahmen festzulegen, damit der DJV in M-V sichtbar bleibt. Dabei sollen mehrere  Varianten verglichen und gegeneinander abgewogen werden, mit dem Ziel, im Land weiter als Ansprechpartner – möglichst mit eigener Geschäftsstelle - für die Mitglieder vor Ort erreichbar zu bleiben.  Das Ergebnis soll der Mitgliedschaft spätestens im ersten Quartal 2027 auf einem außerordentlichen Verbandstag zur Abstimmung vorgelegt werden.

Antrag 2: Der DJV MV fordert das Land öffentlich auf, Berichterstattung aus den öffentlichen Schulen des Landes aktiv zu unterstützen und für alle journalistischen Darstellungsformen (Text, Bild, Ton) zu ermöglichen. Der DJV MV missbilligt das restriktive Vorgehen des Ministeriums für Bildung und Kindertagesförderung hinsichtlich einer objektiven Berichterstattung aus den Schulen des Landes.  

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