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Madsack baut im Norden ab

02.03.2018

DJV kritisiert Zentralisierung

 Rostock, Kiel, Schwerin. Die Madsack Mediengruppe in Hannover läutet eine neue Runde der Zentralisierung ihrer regionalen Zeitungstitel ein. Nachdem die Blätter bereits die überregionale Berichterstattung an das 2013 gegründete Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) abgeben mussten, sollen nun die Online-Portale folgen. Die Digital-Redaktionen vor Ort werden aufgelöst, die Stellen nach Hannover verlagert.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein kritisiert diese von der Madsack-Geschäftsführung bekanntgegebenen Pläne scharf. „Der Stellenabbau in den Redaktionen der Madsack-Zeitungen im Norden geht weiter, die regionalen Titel werden mehr und mehr zu Filialen des Hannoveraner Konzerns abgestuft“, warnen die Vorsitzenden der beiden DJV-Landesverbände, Michael Zumpe und Arnold Petersen. In Schleswig-Holstein sind die Kieler Nachrichten und die Lübecker Nachrichten von Madsacks neuer Digital-Strategie betroffen, in Mecklenburg-Vorpommern die Ostsee-Zeitung. Insgesamt geht es um elf Online-Redaktionen, die in Hannover konzentriert werden sollen.

Zur Madsack Mediengruppe gehören noch weitere Regionalzeitungen in Niedersachsen, Sachsen und Brandenburg. Bislang arbeiten in den Online-Redaktionen aller Blätter vor Ort 45 Journalistinnen und Journalisten. Wie Madsack-Chef Thomas Düffert am Donnerstag vor dem Konzernbetriebsrat der Mediengruppe erläuterte, sollen es künftig nur noch acht sein: In den einzelnen Häusern soll für das Digitale jeweils nur die Position eines Chefs vom Dienst verbleiben, die eigentliche Arbeit aber im Wesentlichen in Hannover gemacht werden.

Die in Lübeck, Kiel und Rostock von der Zentralisierung betroffenen Redakteurinnen und Redakteure ermuntert die Madsack-Geschäftsführung, sich in Hannover zu bewerben. Von Kündigungen wollte die Geschäftsführung vor dem Konzernbetriebsrat ausdrücklich nicht sprechen. Es würden im Gegenteil neue Stellen geschaffen. Allerdings solle dies nur in Hannover geschehen, bei den regionalen Titeln gehe die personelle Schrumpfkur weiter, kritisiert der DJV.

Offen ist auch, was mit den Redakteurinnen und Redakteuren passiert, die nicht nach Hannover wechseln wollen. Der Verschiebebahnhof von Online-Stellen aus den Regionalzeitungen in die Zentralredaktion nach Hannover gehört zur neuen Digitalstrategie, die Konzernlenker Düffert dieser Tage veröffentlicht hatte. Danach will Madsack bis Mitte 2019 in der niedersächsischen Landeshauptstadt einen „Digital Hub“ mit 70 Arbeitsplätzen für Journalisten und Digitalexperten einrichten. Für den Madsack-Chef heben solche Verbundlösungen mit einer Zentralredaktion „die Bedeutung und Stärke von regionalen Qualitätszeitungen“. Mehr noch: „Diese deutschlandweite Zusammenarbeit schafft Freiräume für die lokale Berichterstattung und stärkt den regionalen Charakter der Zeitungsmarken“, verkündete Düffert in einer Pressemitteilung.

„In den Ohren der von der neuen Digitalstrategie betroffenen Kolleginnen und Kollegen in den regionalen Online-Redaktionen muss das wie Hohn klingen – sollen doch ihre Stellen abgesehen von jeweils einem örtlichen 'Verbindungsoffizier' nach Hannover wandern“, kritisieren die DJV-Landesverbände. Bei Madsack werde nichts anderes als die Medienkonzentration weiter vorangetrieben. Wie dies mit der stets beschworenen Stärkung der regionalen und lokalen Berichterstattung zusammenpasse, bleibe Düfferts Geheimnis.

V.i.S.d.P. Corinna Pfaff, Geschäftsführerin, DJV-LV M-V

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