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20. September 2016

Pressemitteilung

Proteste gegen Streich-Konzept bei Ostsee-Zeitung

50 Stellen sollen abgebaut werden

Zwei Wochen nach der Landtagswahl offenbart der Madsack-Konzern, dessen wichtigster Gesellschafter die SPD ist, Pläne zum Abbau von knapp 50 Stellen bei Mecklenburg-Vorpommerns größter Tageszeitung.

Mit spontanem Protest haben Mitarbeiter der Ostsee-Zeitung jetzt auf Überlegungen der Geschäftsleitung zu einem weiteren drastischen Stellenabbau bei Mecklenburg-Vorpommerns größter Tageszeitung (Auflage 135 000) reagiert. Beschäftigte aus Verlag, Technik und Redaktion versammelten sich am 20. September zu einer Kundgebung vor dem Medienhaus in der Rostocker Innenstadt. Nachdem der geplante Stellenabbau bei den Redakteuren zu großen Teilen über den von djv und verdi ausgehandelten Altersteilzeit-Tarifvertrag abgefedert wird, sind nun vor allem Verlagsmitarbeiter betroffen. Unmittelbar zuvor hatte die Geschäftsleitung dem Betriebsrat offenbar seit Monaten vorbereitete Konzepte vorgestellt, die den Wegfall von vier Dutzend Stellen in Verlagsabteilungen und technischen Bereichen außerhalb der Druckerei vorsehen.

Verschiedene Bereiche, wie etwa die Anzeigenerfassung, sollen geschlossen oder zum Teil massiv reduziert, andere Mitarbeiter und deren Aufgaben in tariflose Tochtergesellschaften des Madsack-Konzerns (Hannover) ausgegliedert werden.

Nach den Ende 2015 verkündeten Einschnitten in der Redaktion, die rund ein Viertel ihrer Mitarbeiter verliert, ist dies die zweite große Sparrunde, seitdem Madsack mit Übernahme der restlichen Gesellschafteranteile und Ablösung des früheren Geschäftsführers Thomas Ehlers in Rostock vollständig das Heft in die Hand genommen hat. Als Begründung muss erneut der Strukturwandel in den Medien herhalten, obwohl die Ostsee-Zeitung diesen – und das im eher strukturschwachen Nordosten – bislang gut gemeistert hat.

Das belegen die Bilanzen der letzten Jahre. 2014 war der Gewinn des Blattes auf 7,3 Millionen Euro gestiegen. Unter diesen Umständen erstaunt es, warum es nun plötzlich keine Alternativen zu so tiefen Einschnitten geben soll. Beobachter mutmaßen, dass die Niedersachsen das Geld dringend benötigen, um die ausufernden Kosten ihrer Zentralisierungsstrategie „Madsack 2018“ in den Griff zu bekommen.

Die Gewerkschaft ver.di, der viele Verlags-Mitarbeiter angehören, und der Betriebsrat kündigten Widerstand gegen die Pläne des Konzerns an, dessen größter Einzelgesellschafter die SPD-Medienholding ddvg ist. Die Redakteure und der DJV versichern solidarische Unterstützung.

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