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30. Juni 2016

Pressemitteilung

Nord-Opfer weggestreikt

Gehaltstarifvertrag mit Protest erkämpft

Ein Erfolg für die aktionsbereiten Redakteure der Ostsee-Zeitung und ihre Kollegen der Lübecker und Kieler Nachrichten: Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind wieder fest in den deutschlandweit geltenden Vertrag eingebunden. In den Jahren 2016 und 2017 erhöhen sich die Gehälter um insgesamt 3,1 Prozent.

Gemeinsam mit Kollegen aus Berlin und Hannover haben streikende Journalisten der Ostsee-Zeitung bei der fünften Verhandlungsrunde Ende Juni in Berlin für einen fairen Tarifabschluss in ganz Deutschland demonstriert. Auch Kollegen in Braunschweig sowie bei den Lübecker und Kieler Nachrichten legten die Arbeit nieder – wie Hunderte an verschiedenen Orten vor allem in Süddeutschland. Der Verhandlungsführer des Bundesverbandes der deutschen Zeitungsverleger (BDZV), Georg Wallraf, erklärte nach einem Gespräch mit einer Abordnung der Streikenden, ab sofort auch im Namen des Verbandes der Zeitungsverleger Norddeutschlands (VZN) zu sprechen.

Acht Stunden später die erlösende Nachricht: Alle Versuche, den von massiven Personalabbau betroffenen Redakteuren ein weiteres „Nord-Opfer“ abzuringen, sind vom Tisch. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind wieder fest in den Bundestarif eingebunden. In den Jahren 2016 und 2017 erhöhen sich die Gehälter um insgesamt 3,1 Prozent. Bislang hatte sich der VZN auf den 2014 abgeschlossenen Anerkennungstarif für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein berufen, der ein zusätzliches Nordopfer unter anderem in Form eines früheren Abschmelzens von Leistungen des Manteltarifvertrages vorsah.

In den laufenden Gesprächen hatten die Verleger wiederholt die Absicht einer „Sonderbehandlung“ der Redakteure im Norden erkennen lassen. Dafür gibt es aus Sicht von DJV und ver.di keinen Grund: Gerade die Ostsee-Zeitung hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich Millionengewinne an die Madsack-Zentrale in Hannover abgeliefert. Dennoch wird sie jetzt mit einem Personalabbau-Programm bestraft, bei dem in Redaktion und Sekretariaten in den kommenden Jahren jede vierte Stelle gestrichen werden soll. Welche Einschnitte das Programm „Madsack 2018“ in den Verlagsbereichen mit sich bringen wird, ist gegenwärtig noch unklar.

Gegen den Kürzungs-Kurs unter dem Motto „Weniger Leute leisten für weniger Geld immer mehr“ formiert sich zunehmend Widerstand. Nachdem der Betriebsrat bei den Verhandlungen über den künftigen Stellenplan mit seinen Argumenten kein Gehör gefunden hat, diskutieren die Betroffenen nun als Antwort die Forderung nach einer tariflichen Regelungen der Mindestbesetzung, um Überlastungen zu verhindern.

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